Alle Beiträge von Steven O'Seal

Die Suche des Admiral

Vizeadmiral Stocker beobachtete aus dem Bereitschaftsraum die immer kleiner werdende Starbase und war immer noch fasziniert vom Anblick seiner Wahlheimat. Die Starbase 203 gehörte zu den älteren Einrichtungen der Ournal Klasse und hatte in den letzten Jahren einiges durchgemacht. Einen Korrupten Admiral als Führungsoffizier der Base, welcher sich als Verräter und Handlanger einer bisher unbekannten Rasse herausstellte. Die Base war Dreh- und Angelpunkt einer Verschwörung innerhalb der Föderation, was zu einem Anschlag auf die Mondkolonie New Berlin führte und diese vollständig zerstörte. Die Invasion einer fremden Macht aus einem bisher unbekannten Teil des Universums mit einem Transport System, welches die Wissenschaftler noch immer nicht verstanden haben. Ganz zu schweigen das Rätsel, wie die Station überleben konnte als Icoram 4, der Planet in dessen Orbit die Starbase 203 liegt, explodierte und die Station dabei nur wenig Schaden nahm.

Von vielen Offizieren und Besuchern wurden diese Stationen aufgrund ihrer Bauart auch gerne als „Pilzbasen“ bezeichnet. Eine durchaus passende Bezeichnung, dachte Stocker und wandte sich vom Fenster ab, als sein Schiff auf Warpgeschwindigkeit beschleunigte. Er setzte sich an den Schreibtisch und betrachtet die verschiedenen Padds mit Personalanforderungen, Versetzungsanträgen und Routineberichten. Admiral zu sein hat schon seine Vorteile, dachte Stocker und konnte sich ein lächeln nur scher verkneifen, wenn da nicht die ganze Bürokratie wäre.

Der Türsummer erklang.

„Herein.“ Sagte Stocker und griff nach dem ersten Padd und überflog die Personalliste. Commander Cathrine Sanders betrat den Bereitschaftsraum und begann wie immer sofort mit einem Statusbericht.

„Wir haben den Asteroidenkorridor verlassen und sind auf dem Weg zur Erde. Sir.“ Sagte die Frau und ruhigem Ton. Wenn er es nicht besser wüsste, könnte man meinen Commander Sanders wäre Vulkanierin. Immer Sachlich und möglichst ohne jegliche Gefühlsregung gab Sie ihre Berichte ab. Das machte Sie auch zu einem so guten ersten Offizier, führte aber auch hin und wieder zu Spannungen mit anderen Offizieren. In Krisensituation bewahrte sie immer ein Ruhigen Kopf, bewertet jede Situation anhand aller verfügbaren Information und trifft dann ihre Entscheidung. Im Gegensatz zu einem Vulkanier hingegen, fließen bei ihr auch Gefühle, Moral und persönliche Bindungen in Ihre Entscheidungen ein. Er vertraute Ihr jederzeit sein Leben an und hatte es nie bereut.

„Scheint alles gut gelaufen zu sein.“ begann Stocker, legte das Padd beiseite und schaut zu Ihr auf. Sie war eine hochgewachsene attraktive junge Frau Anfang Dreißig. Die langen kastanienbraunen Haare zu einer perfekten Steckfrisur gemacht bei der keine Strähne an der falschen Stelle saß. Selbst die Uniform wählte Sie immer in der männlichen Schnittfassung und nicht der Figur betonteren Version für Frauen. Cathrine Sanders versucht immer durch Kompetenz zu glänzen und nicht durch Weiblichkeit.

„Ja Sir. Der neue CONN Offizier hat das Manöver gut durchgeführt.“ berichtete Commander Sanders und warf einen Blick auf die Padds. Sie schweig.

„Commander?“ fragte der Admiral und sah sie dabei direkt an. Ihr lag eindeutig etwas auf der Zunge, das wusste Stocker nur zu gut. Aber er fragte sich, warum sie zögerte.

„Darf ich offen sprechen Sir?“

„Selbst wenn ich nein sage, hat es Sie bisher nie abgehalten es doch zu tun.“ Sagte Stocker und konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. „Reden Sie schon.“

Sie suchte offensichtlich nach den richtigen Worten und sagte schließlich: „Sind Sie sich sicher, dass es Klug ist Ihn zurück zu holen?“ Stocker lehnte sich in seinem Stuhl zurück und musterte Sie eingehen. Da lag also das Problem, dachte er und fragte sich ob er sie später an Bord lassen sollte.

„Wenn ich ehrlich sein soll.“ begann Stocker. „Ich weiß es nicht.“ Er legte das Padd zurück auf den Schreibtisch und stand auf. „Ich habe Ihn seit fast fünf Jahren nicht mehr gesehen.“ Stocker ging zum Replikator und bestellte zwei große Tassen heißen Kaffees. „Setzen Sie sich Commander.“ murmelte Stocker, als er Ihr eine Tasse reichte und auf die kleine Sitzgruppe im Bereitschaftsraum deutete. Sie machte es sich bequem, nippte an ihrer Tasse und hörte zu.

„Sie waren an Bord der Challenger und kennen die Ereignisse um Icoram 4.“ Setzte Stocker an. Sie nickte. „Dann kennen Sie auch die Liste der vermissten Offiziere und Zivilisten.“

„Ich habe meine Schwester verloren.“ murmelte Sie in Ihre Tasse.

„Dann sollte Ihnen das Gefühl ja nicht fremd sein.“ antwortete Stocker schärfer als beabsichtig. „Er hat die gesamte Familie verloren. Frau und drei Kinder.“ Cathrine sah überrascht auf. „Das wusste ich nicht.“

„In den Akten heißt es nur, dass er Aufgrund von Fahrlässigkeit für die Invasion verantwortlich gewesen sein. Das er Vorschriften verletzte und schließlich Meuterte.“ brummte Stocker und nahm einen großen Schluck aus der Tasse. „Alles Blödsinn. Was glauben Sie geht in einem Offizier vor, der zusehen muss wie das Schiff auf dem sich der Lebenspartner befindet ‚vermeintlich‘ Explodiert. Nur um anschließend noch zu erfahren, das die Evakuierungsschiffe mit den Kindern an Bord nie Ihr Ziel erreicht haben und verschwunden sind. Bis Heute.“ Commander Sanders schweig und senkte die Blick.

„Das geht nicht spurlos an einem vorbei.“ Setzte Stocker fort. „Das Problem ist nur, dass er so unglaublich Stur ist. Ging auf eigene Faust auf die Suche. Niemand glaubte Ihm, als er angebliche Beweise präsentierte. Irgendwann zweifelte sogar ich an Ihm.“

„Was hat sich geändert?“ platzte es aus Ihr heraus.

„Es gibt ein paar Dinge, die er erfahren muss.“ sagte Stocker und nahm noch einen Schluck aus der Tasse. Sie schaute Ihn fragend an, sagte aber nichts als Stocker aufstand und zum Schreibtisch zurückkehrte.

„Geben Sie mir bescheid, wenn wir in den Erdorbit eintreten. Sie werden mich begleiten wenn wir Captain O’Seal besuchen. Im Anschluss werden Sie sich an der Akademie nach neuen Offizieren umsehen. Die U.S.S. Midway braucht noch ein paar Offiziere.“ Stocker nahm ein Padd aus dem Stapel und reichte es seinem ersten Offizier. Commander Sanders erhob sich schnell vom Sofa und nahm das Padd entgegen. „Ja Sir.“ bestätigte Sie und ging zur Tür.

„Cathrin.“ sagte Stocker schmunzelnd. „Die Tasse können Sie hier lassen.“

[—- OFFPLAY —-]

Ja, ihr lest richtig.

Wir sind wieder da!

Das IRC Rollenspiel „STARBASE 203“ ist wieder aktiv.

Nach fast 5 Jahren Abwesenheit bin ich als Spielleiter und Autor der Geschichten wieder am Start. Auch Zwei Spieler der alten Gruppe sind wieder mit dabei, oder sollte ich eher sagen das die zwei mich überredet haben wieder aktiv zu werden? 😀

Wie auch immer. 😀

Wir spielen aktuell am 1. und 3. Sonntag eines Monats und suchen noch Spieler!

Gerne Rückkehrer aber auch unerfahrener Rollenspieler sind uns Willkommen. Wir spielen auf einem eigenen IRC (also Chat) Server, können neben Facebook auch eine Homepage und ein Forum sowie Discord bieten.

Wer also Lust hat sich in die STAR TREK Welt zu begeben und zweimal im Monat für ca. 2 Stunden ein schönes Rollenspiel zu erleben, kann sich gerne melden.

Das Rollenspiel ist in der STAR TREK Timeline von TNG (nach Nemesis) beheimatet. Die JJ Filme und auch Discovery werden dabei nicht berücksichtig. Aber mehr erfahrt ihr beim Spiel….

Also meldet Euch gerne bei uns.

Gruß

Stefan

S04E09 – Big Bang

Alle 250.000 Jahre gibt es in einem Trinären Sternensystem am Rande der Föderationsgrenze eine Art „Supernova“ zu sehen. Einige Wissenschaftler der Föderation betrachten dies als eine Art „mini Urknall“ und wollen das Ereignis unbedingt beobachten. Allerdings müssen sich Schiffe bei der Beobachtung in einer bestimmten Entfernung zum Ereignis befinden, da die entstehende Strahlung für humanoide Lebensformen Gefährlich ist. Selbst Schutzschilde helfen da nicht.

Die Midway wird entsendet, um den Wissenschaftler zu helfen. Doch während die Wissenschaftler ihre Instrumente aufbauen, treten kleinere Fehlfunktionen auf dem Schiff auf.

Gespielt am: 15.10.2017

S04E08 – Katastrophe der Physik

Es ist ein Neuanfang. Nachdem die Base Abraxas aufgegeben wurde, hat die Föderation die Station übernommen und verkauft sie offiziell als inaktiver Stützpunkt der Terrorgruppe „the first humans“. „The Bureau“ gilt als aufgelöst und hat offiziell nie existiert. Auf der U.S.S. Midway beginnt die Crew Ihr neues Leben und muss gleich bei einer Naturkatastrophe Hilfe leisten. Nur um dann festzustellen das die Katastrophe garnicht so natürlich war, wie sie den anschein hatte….

Gespielt am: 01.10.2017

S04E07 – Die andere Seite

Abraxas ist aufgeflogen. Durch Falschmeldungen im Federation News Network und aktionen der Terrorgruppe „the First Human“ ist die Station aufgeflogen und eine Gruppe Föderationsschiffe durchkämmt den ganzen Sektor nach dem „Versteck der Terroristen“. Die Situation scheint aussichtslos, bis ein alter Bekannter von Cordie eine alternative anbietet….

Gespielt am: 10.09.2017

S04E05 – Der Geist in der Flasche

Das Team befindet sich auf dem Weg zu einem anliegenden Sonnensysteme um Versorgungsgüter aufzunehmen und um Captain Boone zu finden. Während des Fluges bricht das Warpfeld zusammen und das Schiff strandet. Kurz bevor auch die Sensoren ausfallen, wird noch eine fremde Sonde erkannt, welche das Schiff zu scannen beginnt.

Auf dem Schiff bricht das helle Chaos aus und es sind unzählige Verletzte sowie Tode zu beklagen.
In einer gigantischen Explosion zerreißt es die U.S.S. Phoenix und nur ein Trümmerfeld bleibt übrig….

Gespielt am: 11.06.2017

S04E04 – Seemannsgarn

Auf der Base läuft der Crew ein Mann über den Weg, der locker als „alter Seebär“ bezeichnet werden könnte. Sein Name ist Captain William Boone. Ein alter Frachterpilot der scheinbar schon die halbe Galaxie durchquert hat. Die Geschichten von Captain Boone sind Haarsträubend und wären auf der Erde als „Seemannsgarn“ bezeichnet worden. Er berichtet von Geistern die jeden verstummen lassen, tödlichen Nebeln die spurlos wieder verschwinden und Schiffsfriedhöfe die sich ständig verändern. Er will sogar den Jungbrunnen gefunden haben und das zuhause der ersten Humanoiden gefunden haben…

Gespielt am: 21.05.2017

S04E03 – Bastus Untergang

Die Crew ist noch immer auf dem Weg um den Botschafter der Baru´Dai am Konferenzort abzuliefern. Während des Fluges ist soweit alles ruhig, auch wenn die Ereignisse bei der Ankunft des Botschafters die Stimmung etwas trüben. Doch als eine Energiewelle das Schiff trifft, nehmen die Befürchtungen des Sternenflotten Geheimdienstes eine grausame Realität an.

Gespielt am: 07.05.2017

S04E02 – Bastus Vermächtnis

Das Team begleitet den Diplomaten Lar-Natar zu einer Konferenz um den Beitritt seiner Welt, den Baru’Dai, in die Föderation zu verhandeln. Da es Hinweise auf einen Anschlag gibt, wurde das Team dazu geholt um für Sicherheit zu sorgen. Die Hinweise auf den Anschlag verdichten sich, als an Bord des Schiffes ein Crewmitglied tot aufgefunden wird. Medizinische Untersuchen zeigen keine Hinweise auf die Todesursache.

Gespielt am: 02.04.2017

S04E01 – U.S.S. Valley Forge

Das Team wird auf die Suche nach einem vermissten Schiff der Galaxy Klasse geschickt. Das Schiff befand sich auf einem Flug zu einer neuen Föderationskolonie mit etwas mehr als 1.000 Kolonisten. Das Schiff ist jedoch nicht an seinem Bestimmungsort eingetroffen. Das Oberkommando hat das Schiff mittlerweile offiziell als „vermisst“ erklärt und die Suchaktion abgebrochen. Ein hochrangiger Offizier der Sternenflotte, welcher seine Tochter an Bord dieses Schiffes hatte, hat Kontakt mit dem Team aufgenommen und um Hilfe gebeten. Die Suche läuft schon mehrere Tage, als das Schiff schließlich gefunden wird. Es fliegt per Impuls auf einem Kurs zur neuen Kolonie. Ein AT beamt an Bord und findet nur Leichen. Sowohl Crew, als auch Passagiere scheinen an spontaner Selbstentzündung gestorben zu sein.

Gespielt am: 12.03.2017

Staffel 4 – „Trial and Error“

In der Regel war Captain Daryl Harper ein sehr gelassener Mensch und wurde von den untergebenen dafür sehr geschätzt. Allerdings war heute einer der wenigen Tagen, an den man Harper besser nicht über den Weg laufen sollte. Der Start seiner Mission war drei Wochen überfällig, das Oberkommando lag Ihm im Nacken und er konnte nichts tun. Ihm blieb nichts anderes übrig, als vom Kontrollraum des Dockoffiziers die Beladung seines Schiffes zu beobachten. Sein Schiff war abflugbereit und selbst die über eintausend Kolonisten waren bereits an Bord, es fehlten jedoch noch immer wichtige Kisten für das Klimakontrollsystem der Kolonie. Die Forschungsabteilung der Föderation hatte das System bereits vor vier Wochen zur Station bringen lassen und irgendwie ist es dem Dockoffizier und seiner Crew gelungen die Kisten zu verlieren.
„Captain Harper, könnten Sie bitte auf die Frachtebene kommen?“, erklang die zögerliche Stimme des Dockoffiziers über die Kommunikationsanlage. Harper war sich nicht wirklich sicher, ob jetzt gute oder schlechte Nachrichten folgen würden. Dennoch drehte er sich zur Tür um und verließ das Büro des Dockoffiziers und wandte sich der Treppe zu, die ihn auf die Frachtebene führen würde. Kaum hatte er die letzte Stufe der Treppe erreicht, da kam ihm auch schon der Dockoffizier entgegen. „Captain Harper, wir haben die Kisten gefunden und bringen Sie gerade auf Ihr Schiff.“ Bei den Worten verpuffte schlagartig die Wut des Captains, welche noch vor wenigen Minuten deutlich sichtbar im Gesicht von Captain Harper zu lesen war. „Das hört sich sehr gut an.“, begann der Captain und setzte ruhiger fort: „Wann sind sie damit etwa fertig, sodass wir starten können?“

„In etwa zwei Stunden, Sir.“

Das Schiff der Galaxy Klasse begann sich langsam zu bewegen, nachdem die Dockkontrolle die Freigabe zum Start gegeben hatte. Aus der Beobachtungslounge des Raumdocks war es immer ein unglaublicher Anblick, wenn sich ein Schiff dieser Größe in Bewegung setzte. Der alte Mann am Tresen der kleinen Lounge, schaut dem Start mit absoluter Verzückung zu. Tränen standen in seinen Augen und er hob sein Glas dem Schiff entgegen. „Viel Glück Jenna.“, murmelte der alte Mann und ließ das Schiff nicht aus den Augen, bis es das Raumdock verlassen hatte.

Zwei Monate später…

Es war kalt, sehr kalt und vor allem nass. Auch wenn auf der Erde ein Wetterkontrollsystem für allgemein angenehmes Klima sorgte, so gab es doch Regionen auf der Erde in denen sich das Wetter seit Jahrhunderten der Kontrolle des Menschen entzogen. So auch die Schottischen Highlands.Henry Melloy kannte dieses Wetter ziemlich gut, denn er war hier geboren. Er liebte das Klima und die Landschaft. Trotz der Technologie des 24. Jahrhunderts, lebten hier einige Menschen noch wie früher. Zugegeben, es schadete nichts einen Generator und einen Replikator im Haus zu haben. Aber das war in der Regel auch schon alles, was sich die alten Familien hier leisteten. Einige von Ihnen gingen sogar noch immer den Traditionen nach, die hier schon im 20. Jahrhundert gepflegt wurden.Einer dieser Traditionen war Henry in diesen Wochen besonders zugetan, der Whiskey Brennerei eines Nachbarn und guten Freundes. Eben dieser Freund, der mit einer frischen Flasche aus seinem Familienbetrieb in der Tür zu seinem Haus stand.
„Na Henry, alles ok? Ich dachte ich seh mal nach, wie es dir geht.“
Jedes Mal wenn er seinen Freund auf diese private und vertrauliche Art reden hörte, konnte er sich kaum vorstellen wie dieser Mann in seinem anderen Leben bei der Sternenflotte solchen Eindruck gemacht hatte. Er war langjähriger Dozent an der Sternenflotten Akademie gewesen und hatte mehrere Raumbasen Kommandiert. Es gab Offiziere, die Ihn regelrecht fürchteten. Es blieb ihm ein Rätsel. Doch das alles Interessierte Henry nicht mehr. Seine Karriere bei der Sternenflotte war schon lange vorbei und selbst wenn er es nicht bis zum Admiral geschafft hatte, so hatte er doch ziemlichen Einfluss gehabt. Der Ihm jedoch nun überhaupt nicht half.
„Shawn, schön das du da bist.“, entgegnete Henry und umarmte seinen Freund kurz. Die Umarmung war herzlich und doch Prüfend, das wusste Henry. In den letzten Jahren hatten sich Shawn Stocker verändert. Er war zwar noch immer der harte Admiral der Sternenflotte. Nach dem New Berlin Zwischenfall vor einigen Jahren, war der Mann ein völlig neuer Mensch geworden. Henry bewunderte Stocker dafür, aus einer Katastrophe mit einer neugewonnenen Lebenseinstellung heraus zu kommen. Hätte er es nicht besser gewusst, hätte er geglaubt das dieser strenge und Technik vernarrte Admiral plötzlich zum Counselor umgeschult hätte.
„Ich wollte einfach mal sehen wie es dir geht und dir einen aktuellen Stand geben.“, sagte Stocker als er die Umarmung gelöst hatte und das Haus betrat. „Und ich habe dir was mitgebracht.“ Lächelnd stellte er die große Flasche mit dem neusten Jahrgang des schottischen Whiskeys auf den Tisch. „Ich hol dir Gläser und du erzählst.“, sagte Henry und ging zum Wohnzimmerschrank um dort zwei klassische Gläser hervorzuholen. Während er die Flasche öffnete und die Gläser füllte, hörte er seinem Freund aufmerksam zu. „Ich kann es nicht schonend sagen, aber die Sternenflotte hat die Suche aufgegeben.“, begann Stocker und musterte Henry dabei sehr genau. Es war keine Überraschung für Ihn zu hören, das die Suchaktion abgebrochen worden ist. Aber weh tat es dennoch. „Sie haben die gesamte Flugroute des Schiffes mit einem Dutzend Schiffen für zwei Monate abgesucht und konnte nichts finden.“ Machte Stocker weiter und nahm das gefüllte Glas von Henry entgegen. „Die Valley Forge gilt nun offiziell als Vermisst. Es tut mir leid.“
„Ich wusste das sie irgendwann aufhören zu suchen.“, murmelte Henry mehr zu sich, als zu seinem Freund. „Aber ich kann es einfach nicht begreifen. Sie wollte doch nur bei Kolonialisierung von Haries 3 helfen. Sie war noch nicht mal offiziell als Kolonistin geführt, sondern nur eine Akademie Studentin mit einer Auszeit.“ Der Schmerz saß tief und dennoch versuchte er es sich nicht anmerken zu lassen. Doch als er aufsah und Stocker ihn intensiv mustert, wusste er das er durchsaut war. Stocker nickte leicht, hob sein Glas und wartet. „Auf Jenna, möge es ihr gut gehen.“ sagte Henry und leerte sein Glas in einem Zug. Stocker tat es Ihm gleich und stellt das Glas auf den Tisch ab. „Nur weil das Oberkommando ein Schiff offiziell als vermisst erklärt, heißt es nicht das nicht weiter nach Ihr gesucht wird.“, begann Stocker und versuchte offensichtlich ihn irgendwie zu Beruhigen. „Sie ist meine Nichte Shawn.“, unterbrach er seinen Freund. „Die einzige noch lebende Verwandte die ich habe. Meine Frau ist im Dominion Krieg gefallen. Mein Sohn und seine Frau ist beim New Berlin Zwischenfall gestorben. Jenna überlebte nur, weil sie gerade bei mir zu Besuch war.“ Stocker nickt.

„Shawn,…“, begann er und musterte seinen Freund lange und eindringlich.
„Ich weiß das du einige Verbindungen hast. Kannst du nicht irgendwas…“, er brach ab und schaute aus dem Fenster.
„Ich schau mal, was ich machen kann.“

Das kleine Shuttle setzte etwas ruppiger als geplant auf.
„Sorry.“, murmelte der Pilot und hatte alle Hände voll zu tun. Shawn Stocker verkniff sich eine Bemerkung und verließ das Shuttle, nachdem der Pilot es endlich geschafft hatte das Shuttle zu verankern. Sarinas 4 war in der Tat kein leichter Landeplatz, aber dieser kleine Außenposten war immer gut Informationen und Geschäfte. Von daher lohnte sich der Flug hierher auf jeden Fall. Das einzige Problem an dieser verlassenen Station am Rande des Föderationsraumes war, das hier Sternenflottenoffiziere nicht gerne gesehen waren. Aus diesem Grund war auch er in Zivil unterwegs. Ein langer brauner Ledermantel über einem weißen Hemd, schwarze Hose und Stiefel. Das ergraute Haar etwas zerzauster als üblich, der weiße Vollbart nicht gestutzt. So konnte er ohne Probleme als Söldner durchgehen oder als alter Frachterpilot. Aber dennoch fühlte er sich in diesen Klamotten einfach nicht wohl.
Er überquerte das Landedeck und betrat die Stadt. In der Geschichte der Erde, hätte dies als letzte Stadt vor dem Wilden Westen durchgehen können. Alles nur etwas moderner. Auch wenn die Gebäude dieses Außenpostens schon mindestens zwanzig Jahre alt waren. Zielstrebig steuerte Stocker die Bar an und musste dabei einer kleinen Schlägerei auswichen die sich vor der Tür abspielte. „Wahrlich, wilder Westen.“, dachte Stocker und betrat die Bar.
Es war weit voller als erwarte und jeder Taschendieb hätte hier seine Freude gehabt. Es war eng, laut und stickig. Ideal für anonyme Treffen mit Informanten. Stocker ließ den Blick durch die Bar wandern und entdeckte die Person die er suchte in einer kleinen Nische am anderen Ende der Bar. Er brauchte nur ein paar Minuten durch das Gedränge und setzte sich dann schweigend zu dem anderen Mann an den Tisch. Der Mann war ungefähr im gleichen Alter. Ebenfalls ergrautes Haar, aber immer elegant. Für einen Informanten, war er mit seinem Anzug aus dem 21. Jahrhundert eindeutig zu auffällig gekleidet für diese Bar.

„Hallo Shawn.“, brummte der Mann fröhlich. „Was kann ich diesmal für dich tun?“

„Ich habe da ein Gerücht gehört.“, begann Stocker und der Mann begann lauthals zu Lachen.
„Du sollst doch nicht auf Gerüchte hören.“, kicherte der Mann und grinste Ihn an. „Angeblich ist dem GHD eine Einheit, sagen wir mal, verloren gegangen.“, setzte Stocker ungerührt fort. „Wenn meine Informationen stimmen, wird sie von einer guten Bekannten geleitet. Ich möchte das du Sie ausfindig machst und Ihr eine Nachricht überbringst.“ Bei diesen Worten wurde der Mann schlagartig ernst und wandte sich Stocker zu. „Ich glaube ich weiß von welcher Einheit du redest. Schon seit ein paar Jahren gibt es da…“, begann der Mann, doch Stocker hob die Hand. „Das will ich gar nicht wissen.“ Er zog ein Notizbuch aus der Innentasche des Mantels und machte ein paar Notizen. „Ich möchte, dass du der Leiterin eine Nachricht von mir überbringst und am besten in ihrer Nähe bleibst.“
„Willst du Ihre Einheit auffliegen lassen?“ fragte der Mann neugierig und nahm das Notizbuch entgegen als Stocker ihm es reichte.
„Nein, ich möchte das Sie für mich arbeitet.“, murmelte er.
Über eine Stunde beobachtete die Person im Schatten der Häuser nun schon den Eingang der Bar auf Sarinas 4. Dann endlich kam der Mann aus der Bar. Er ging zurück zum Landedeck und betrat das Shuttle, mit dem er vor wenigen Stunden angekommen war. Der Beobachter nahm zufrieden zur Kenntnis wie das Shuttle abhob und den Planeten verließ.„Er hat den Planeten wieder verlassen.“, murmelte der Beobachter in sein Kommunikationsgerät.
„Nein, er ist alleine abgeflogen. Aber er hat einen Auftrag erteilt… Ich bleibe dran, selbstverständlich. Er wird uns nicht in die quere kommen.“

Staffel 03 – Origin

15. November 2355

Das tiefe Schwarz des Alls umhüllte das Shuttle, welches vor wenigen Minuten den  Weltraumbahnhof der Sternenflotte in San Francisco verlassen hatte. Der Flug zum einzigen natürlichen Satellit der Erde, dem Mond, dauerte in der Regel nur wenige Minuten. Heute war das jedoch anders. Die Luna Kolonien, so wurden im allgemeinen die Städte auf dem Mond genannt, bereiteten sich auf eines der größten Events der letzten Monate vor. Ein großes Wirtschaftsunternehmen, das Interstellar Research Center, feierte das fünfjährige Bestehen in der Konzernzentrale in New Berlin. Die erhöhten Sicherheitsmaßnahmen aufgrund der vielen prominenten Gäste, sorgen für massive Behinderungen im normalen Flugverkehr, sowie dem täglichen Leben in den Kolonien. Staffel 03 – Origin weiterlesen

Staffel 01 – Das Jahr 2385

Nach Monaten in denen die Starbase 203 wegen Umbauten für die zivile Bevölkerung gesperrt war, hat sich dies nun geändert. Immer neue Händler trafen auf der Starbase ein um ihre Geschäfte wieder zu eröffnen und der Handel blühte binnen weniger Wochen auf. Der neutrale Standort der Starbase machte diesen Ort für Händler aller Rassen immer interessanter, wenn da nicht das Silvius Syndikat wäre. Die Sternenflotte hatte eine Sondereinheit in den Sektor abgestellt um das Silvius Syndikat endlich zu stoppen, da es im Laufe der letzten Monate immer mehr Ähnlichkeit mit dem Orion Syndikat bekommen hatte. Offene Gefechte zwischen den Organisationen hatten bereits in entfernten Sternensystemen begonnen. Staffel 01 – Das Jahr 2385 weiterlesen

Geschichte

Der Sektor 203 ist ein kleiner Sektor am Rande der Föderationsgrenzen. Weit entfernt von den politischen Grenzen zu den Romulanern oder Klingonen. Der nächste bedeutende Außenposten ist Bajor, aber auch nur bei einer Reisezeit von mehreren Wochen. Wer hierher versetzt wurde hatte nicht mehr viel zu tun. Während des Dominion Krieges war der Sektor 203 eine Sammelpunkt für Flüchtlinge geworden und diente der Föderation als Sprungbrett in Richtung Cardassia. Das Dominion war einzig an einer Expansion in Richtung Erde interessiert und entfernte sich mit jedem Tag mehr vom Sektor 203.

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Noch vor Beginn des Dominionkrieges bekam der kommandierende Offizier der Starbase, Konteradmiral Vincent Donovan McMahon, die Aufgabe ein neues Schiff zu entwickeln welches die schwerfälligen Schiffe der Galaxie-Klasse ablösen sollte. Das Projekt wurde immer wieder verzögert und durch den Dominionkrieg seitens der Föderation vorübergehend stillgelegt.

In den ersten Jahren nach dem Krieg wurde beim Oberkommando der Sternenflotte der Sektor 203 auffällig. Unzählige Versetzungen, Unfälle (zumeist tödlich) und wiederholte Berichte von verschwundenem Equipment häuften sich, so dass vom Oberkommando Ermittlungen eingeleitet wurden.
Vor dem Ende der Ermittlungen entpuppte sich Konteradmiral McMahon als Verräter und verließ mit einem Großteil der Führungsoffiziere die Starbase. Die Pläne, sowie den Prototypen des neuentwickelten Schiffes nahm McMahon mit und tauchte unter. Er hatte die Entwicklung des Schiffes ohne Zustimmung der Föderation fortgeführt.

Um den Sektor nicht ohne Führung zu belassen wurde Vizeadmiral Shawn Stocker als Sektorkommandant eingesetzt. Da Admiral Stocker die Ermittlungen gegen McMahon leitete und daher mit der USS Antares ständig auf der Suche nach McMahon war, holte er Lt.-Cmdr. Steven O’Seal in den aktiven Dienst zurück und setzte diesen als kommandierenden Offizier der Starbase ein. Der nun zum Commander beförderte Steven O’Seal war erst wenige Monate zuvor aus der Sternenflotte ausgetreten um sich mehr der Familie zu widmen. Nun leitete er die Starbase 203 und war mit der Aufgabe betraut die von Korruption und Misstrauen zerfressene Station neu aufzubauen.

In dieser Phase des Wiederaufbaus machte McMahon mit kleineren Angriffen auf die Starbase und Föderationskonvois auf sich aufmerksam. Der größte Triumph den McMahon erreichte war die Kaperung der USS Challenger. Genaue Bereichte hierzu unterliegen der Geheimhaltung, doch hinter vorgehaltener Hand wird darüber berichtet, dass McMahon eine Flotte von Abtrünnigen und Freibeuter um sich geschart hat und nun seinen Ruhm auf der anderen Seite des Gesetzes sucht.

Der Verrat von McMahon hatte viele Offiziere der Starbase 203 überrascht. Einige konnten dem Vorwurf der Korruption und des Verrats keinen Glauben schenken, da sie McMahon blind vertraut hatten.

Im Jahre 2385, zwei Jahre nach der Übernahme des Kommandos über die Starbase 203, hatte Commander Steven O’Seal die Starbase 203 in einen gut frequentierten Handelshafen der Region verwandelt. Doch der Schatten von McMahons Verrat lastete noch immer auf dem Sektor 203. Eine neue Gruppe die sich selbst als das „Silvius Syndikat“ bezeichnen, treibt in dem Sektor ihr Unwesen und belästigen Reisende und Händler aller Rassen. Kleinere Überfälle waren an der Tagesordnung. Ob und in welchem Zusammenhang diese Gruppe mit McMahon steht ist bis jetzt nicht geklärt.

Die Suche nach Admiral McMahon machte keine nennenswerten Fortschritte, zumindest offiziell. Seit Monaten ist die Raumwerft Atlantis in der Nähe der Starbase 203 abgeschottet worden. Niemand darf sich der Werft nähern.

Gerüchten auf der Station zufolge gibt es jedoch Hinweise auf den Aufenthaltsort von McMahon und seinen Piraten. Der Sektor 553, der zu 95 % aus einem Nebel besteht und daher kaum erforscht wurde, soll als Stützpunkt McMahons dienen. Schiffe die in diesen Sektor geflogen sind, wurden nie wieder gesehen. Von offizieller Seite wird dies jedoch bestritten. Dennoch wird die Starbase 203 scheinbar aufgerüstet und das zivile Personal der Station reduziert.

Doch was genau passiert, kann keiner sagen…