S04 – Die Rückkehr

Äste brachen bei jedem Schritt, den sie bei ihrem Marsch durch das Unterholz unternahmen. Die zwei Wanderer waren bereits seit einigen Stunden in den Wäldern unterwegs, nur wenige Kilometer westlich des kleinen Ortes Valemount in British Columbia. In den frühen Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts war der Ort hauptsächlich von Holzfällern bewohnt und nur wenige Touristen verschlug es in diese einsame Region Kanadas. Heute war der Ort nur etwas für Naturliebhaber. Viele Mitglieder der Sternenflotte, die ihr Offizierspatent niedergelegt haben, hatten sich in solche Orte auf der Erde zurückgezogen. Durch die Unberührtheit der Natur und die Abgeschiedenheit von großen Städte, war gerade Kanada für viele menschliche Offiziere ein idealer Rückzugsort. Besonders Kommandooffiziere mit Kriegserfahrung zogen sich gerne in die Einsamkeit zurück. So auch der Offizier, zudem Cathrin Sanders und ihre Begleiter unterwegs waren.

„Können Sie mir nochmal erklären, warum wir uns nicht einfach zu ihm beamen können?“, brummte Sanders als sie einen Weg zwischen den Bäumen hindurch suchte. Ihr Begleiter, ein deutlich älterer Mann mit weißem Vollbart lachte laut auf. „Weil er die Welt ausgesperrt hat.“

„Ich dachte er steht unter Hausarrest.“

„Das tut er auch, Commander.“, erwiderte ihr Begleiter und hatte sie mühelos mit wenigen Schritten überholt. „Vor ein paar Jahren wurde er von der Sternenflotten Sicherheit aufgegriffen und musste sich vor Gericht verantworten. Fahrlässigkeit im Dienst. Befehlsverweigerung. Diebstahl von Föderationseigentum. Amtsmissbrauch. Sie kennen ja die Akte.“

Die kannte sie tatsächlich. Wobei sie die Anklagepunkte an sich nicht verstand. Für die Zerstörung der Mondkolonie New Berlin konnte man niemanden verantwortlich machen. Das sich unter der Kolonie eine Jahrtausende alte Kristallhöhle verbarg und die bei der Verfolgung von Terroristen durch einen von den Terroristen gezündeten Sprengsatz einstürzte, war nicht seine Schuld. Auch die Invasion der Sulivar, konnte man Ihm eigentlich nicht zur Last legen. Im Gegenteil. Er hatte immer versucht die Invasion zu verhindern, aber niemand glaubte ihm.

„Ja, ich kenne die Akte.“, erwiderte Commander Sanders. „Aber warum laufe ich hier Stunden durch den Wald, statt mich einfach auf seine Veranda zu beamen.“  Ihr Begleiter schmunzelte. „Nach seinem Prozess und einer kleinen Intervention, wurde er unter Hausarrest gestellt. Statt nach Neuseeland in die Strafkolonie. Um eine mögliche Flucht zu verhindern, hat die Sternenflotten Sicherheit ein Transporter Scrambler über sein Haus platziert.“

„Das ist ja gut und schön, aber die Scrambler haben nur einen kleinen Radius.“

„Sie vergessen, dass er Ingenieur ist. Die Sternenflotten Sicherheit hat einen Scrambler aufgestellt um ihn an einer möglichen Flucht zu hindern. Doch was hat er gemacht? Den Steuercomputer des Scramblers geknackt und umprogrammiert. Die Reichweite verdoppelt und so die Sicherheitsabteilung ausgesperrt. Binnen weniger Wochen hatte er dann noch genügend Material zusammen um weitere Scrambler zu bauen. So hat er sich eine Transportblockierung mit einem Durchmesser von fünfundzwanzig Kilometer geschaffen.“

Sie musste zugeben, das war beeindruckend. Aus einem Hausarrest hatte der Mann offensichtlich ein selbstgewähltes Exil gemacht. „Und wie versorgt er sich mit Lebensmitteln und so?“

„Alle paar Monate taucht er für einige Stunden in Valemount auf. Das letzte mal als wir hier waren, hatte ich Stunden im Diner gewartet. Er tauchte erst auf, als ich gegangen war.“

Sie erinnerte sich an den Ausflug vor wenigen Monaten zur Erde. Sie sollte auf der Akademie ein paar neue Offiziere für die Midway besorgen. Genau wie ihr Begleiter, hatte sie damals nur wenige Erfolg gehabt. „Sir.“, sie blieb stehen und schaute zu ihrem Begleiter. „Meinen Sie wirklich das er wieder zurückkommen wird? Sein Exil hat sicher einen Grund.“

Ihr Begleiter blieb stehen und drehte sich zu ihr um.  Der Mann setzte sich auf einen nahen Baumstamm und schien für einen Moment in Erinnerungen zu schwelgen. „Ich war mit seinen Eltern befreundet. Als seine Mutter starb, versprach ich seinem Vater auf den Jungen aufzupassen. Sein Vater war ständig mit verschiedenen Forschungsschiffen unterwegs. Sie kennen ja Astrophysiker.“ Der alte Mann schmunzelte und sah zu ihr rüber. Für einen kurzen Moment glaubte Sie, einen anderen Mann vor sich zu sehen. Sie kannte Admiral Stocker immer nur als sachlich und ernsten Offizier. Man konnte sich immer auf ihn verlassen, doch jetzt wirkte er verletzlich. Sie nickte nur und lies ihn weitererzählen.

„Nach dem Tod seiner Mutter holte ich Ihn von San Francisco zu mir nach London. Seitdem ist er wie ein Sohn für mich. Allerding ist er Stur wie seine Mutter und brillant wie sein Vater. Was manchmal eine ungünstige Kombination sein kann.“ Der Admiral zog den Rucksack von den Schultern und stellt ihn zwischen seinen Füßen ab. Mit wenigen Handgriffen hatte er eine Wasserfalsche aus dem Rucksack gezogen und nahm einen tiefen Schluck. Als er die Flasche wieder zudrehte und im Rucksack verstaute, erzählte er weiter. „Er machte eine steile Karriere bei der Sternenflotte. Gehörte zu den wenigen die sehr früh ein Kommando bekamen.“

„Sie waren sicher Stolz auf ihn.“ bemerkte Sanders und beobachtet den Admiral.

„Letztlich ja, aber in erster Linie war ich überrascht.“

Commander Sanders runzelte die Stirn und dem Admiral huschte ein Lächeln über das Gesicht.

„Cathrin, er ist ihnen ziemlich ähnlich.“

Sie schaute verwirrt. „Wie ich Sir?“

„Ehrgeizig in Themen die von hohen persönlichen Interesse sind. Die eigenen Fähigkeiten werden nahezu immer, deutlich schwächer bewertet, als sie in Wahrheit sind. Die Soziale Kompetenz könnte in bestimmten Situationen deutlich besser sein. Und persönliche Dinge, besonders Emotionen, werden unter einem Mantel des Schweigens versteckt. Selbst vor Freunden und Familie.“, Stocker musterte sie. Cathrin spürte wie sie rot wurde und senkte den Blick. Hatte er seinen Ziehsohn beschrieben oder aus ihrer Personalakte zitiert? Sie wusste es nicht.

Stocker lächelte und zog den Rucksack wieder über die Schultern. „Kommen sie, wir sollten weitergehen bevor es dunkel wird. Ach ja, sie gehen vor.“

„Ich Sir? Warum?“ fragte Cathrin überrascht. „Er soll sie zuerst sehen. Wenn er mich sieht,…“

Der Admiral setzte den Satz nicht fort. Auch auf mehrfachen Nachfragen, bekam Cathrin keine Antwort. Warum sollte es Probleme geben? Immer wieder ging sie die Akte des Offiziers durch, zu dem sie unterwegs waren. Er war wirklich die Karriereleiter rauf gefallen. Nur wenige Monate nach seinem Abschluss der Akademie, war er bereits zweiter Offizier. Durch den Ausfall des kommandierenden Offiziers und eines akuten Personalmangels, bekam er nur wenige Jahre später sein erstes Kommando. Zuletzt war er Commodore und kommandierender Offizier einer Ournal Class Starbase. Was eigentlich eine Art von Gouverneur gleichzusetzen ist. Und das gerade mal mit Vierzig Jahren. Fünf Jahre später lebte der Mann auf der Erde im Exil und sie stapfte mit einem fast siebzig Jährigen, top fitten, Admiral durch die Bergwälder Kanadas.

Ein dumpfer schlag, schreckte sie auf und riss sie aus ihren Gedanken. Instinktiv ging sie in Deckung und sah sich um. Nur eine Armeslänge neben ihr, auf der Höhe, wo ihr Gesicht gewesen wäre, steckte ein Pfeil tief in der Rinde des Baumes. Die Wucht des Einschlages lies den Pfeil noch immer vibrieren. Alle Überlegungen, wie erfolgreich dieser Besuch werden würde, waren dahin. All ihre Sinne arbeitet auf Hochtouren. Sie sah sich um und versuchte die Quelle des Beschusses zu lokalisieren. Keine fünfzig Meter vor ihr stand ein Mann zwischen den Bäumen und hatte ein Compoundbogen in der Hand. Hinter ihm konnte sie ein kleines Blockhaus erkennen. Sie blickte sich um, vom Admiral fehlte jede Spur.

„Verschwinden Sie! Sofort!“ sagte der Mann mit ruhiger, aber bestimmter Stimme. Ohne große Eile holte der Mann einen neuen Pfeil aus dem Köcher und legte ihn in die Sehne ein.

Er spannt den Bogen noch nicht, dachte Cathrin und ging im Kopf ihre Optionen durch. Sie war alleine und der Phaser war im Rucksack verstaut. Sie musste Zeit gewinnen. Hoffentlich hatte der Admiral eine Idee und würde zu ihr stoßen. So konnte sie nur versuchen mit dem Mann zu reden und hoffen ihn irgendwie überrumpeln zu können.

 

Der Pfeil schwang noch immer von der Wucht des Einschlages. Die Frau lag so schnell am Boden, das Steven vermutet sie würde zur Sicherheit der Sternenflotte gehören. Touristen oder Counselors hatten weit weniger schnelle Reflexe. Wobei Touristen immer besonders schnell wegliefen, wenn erstmal ein Pfeil neben ihnen im Baum oder Boden einschlug. Die Frau war nicht alleine, soviel wusste er, aber von ihrem Begleiter fehlte jede Spur. „Wo ist Ihre Begleitung?“ fragte er und klang dabei härter als beabsichtig. Aber Sie reagierte nicht, sah sich nur um und schien selbst nicht zu wissen wohin ihr Begleiter verschwunden war.

„Stehen sie auf.“ befahl er und die Frau kam langsam aus ihrer Deckung. „Wer sind Sie?“

„Commander Cathrin Sanders von der U.S.S. Antares.“ antwortet die Frau mit fester Stimme.

Sicherheit oder Erster Offizier, dachte Steven und fragte sich was sie hier suchte. „Was wollen Sie hier?“

„Wir haben nach Ihnen gesucht Comodore.“ erwiderte die Frau. Steven lachte laut auf. „Commodore? Da suchen Sie aber jemand völlig anderen. Ich gehöre nicht mehr zur Flotte und Commodore bin ich schon lange nicht mehr.“

„Das könntest du aber wieder werden.“ erklang eine Stimme, die irgendwo hinter Steven zu sein schien. Eine Stimme die Steven schon seit Jahren nicht mehr gehört hatte. Er schloss die Augen und hoffte das es nur einer seiner Halluzinationen war, doch die Stimme erklang erneut.

„Begrüßt du so einen altern Freund?“

Steven drehte sich um. Die Frau war tatsächlich nicht alleine gewesen. Ihr Begleiter stand auf der Veranda seines Blockhauses. Er sah einen Geist. So musste es sein. „Was zum Teufel geht hier vor?“

„Cathrin, kommen sie.“ sagte der Mann. „Mein alter Freund hat offensichtlich alle Manieren vergessen. Erinnern Sie sich noch daran, was ich vorhin über Soziale Kompetenz sagte.“

Steven schüttelte den Kopf, als er hinter sich das rascheln hört und Commander Sanders in einem großen Bogen an Ihm vorbei ging. Sie behielt ihn immer im Auge und als Sie an ihm vorbei gegangen war, war ihre Haltung deutlich steifer als vorher. Sie erwartet offenbar, dass er ihr ein Pfeil in den Rücken jagen würde. Aber sowas würde er nie tun. Wanderer jagte er ab und zu etwas Angst ein, damit er in ruhe gelassen wurde. Aber mehr auch nicht. Fassungslos beobachtet er, wie der Mann und die Frau sein Haus betraten.

Wie konnte das sein, das dieser Mann noch lebte. Erinnerungen schossen durch Stevens Kopf. Bilder, die eindeutig waren und von mehreren Zeugen bestätigt wurden. Langsam näherte sich Steven dem Haus und betrat die Veranda. Aus dem inneren hörte er, wie der Mann und der Commander miteinander redeten. Der Commander war offensichtlich sauer über das plötzliche verschwinden ihres Begleiters. Als er die Tür öffnete, verstummten beide. Er betrat sein Haus. Ohne den Besuch eines weiteren Blickes zu würdigen, hängte er den Bogen, samt Köcher an die Wand neben der Tür und verließ den großen Wohnraum in Richtung Küche.

 

Cathrin sah dem Mann hinterher und wandte sich dann Admiral Stocker zu. „Und das ist…“

„Ja, das ist er.“ unterbrach Stocker sie und wirkte dabei enttäuscht. „Mit ihm zu reden wird offensichtlich nichts bringen. Lassen Sie das Padd mit seinen Befehlen hier. Vielleicht kommt er ja zur Vernunft und will wieder am Leben teilhaben.“

Sie sah ihn fragend an. „Wollen Sie sagen der ganze Weg war umsonst? Und das wissen sie schon nach diesen wenigen Minuten?“ Stocker lies die Schultern sinken. „Er wird nicht mit mir reden…“

„Weil Du Tod bist!“

Cathrin drehte sich um und sah Steven in der Tür der Küche stehen. Sie trat ein paar Schritte zurück und warf einen verständnislosen Blick zum Admiral. Steven betrat den großen Wohnraum und musterte den alten Mann. „Ich habe dich sterben sehen.“, begann Steven und kam weiter in den Raum. „Ich habe gesehen, wie ein Sulivar sich aus deinem Körper schälte. Wie dein Rücken aufplatzte und dieses verfluchte Echsenvieh sich seinen Weg durch deinen Köper bahnte. Die gesamte Brückencrew war Zeuge und musste das mit ansehen. Der Mann den ich als Shawn Stocker kannte ist Tod. Also sagen sie mir, wer zum Teufel sind sie?“ Cathrin schluckt. Das konnte nicht sein. Sie kannte Stocker seit sechs Jahren. Nach dem Sulivar Zwischenfall, war sie auf sein Schiff versetzt worden. Stocker sah unverwandt zu Steven und sagte nichts. „Sie müssen sich irren. Ich…“, begann Cathrin und verstummte sofort als Steven sie ansah.

„Das war ein Klon.“, brummte der Admiral ohne den Blick von Steven abzuwenden. Cathrin klappte der Mund auf. Verständnislos blickte sie den Admiral an, doch dieser reagierte nicht. Sie sah sich um, taste suchend nach halt und fand das Sofa. Sie lies sich fall und starrte die zwei Männer vor sich an.

„Ein Klon?“, Steven runzelte die Stirn. „Wir waren Monate lang zusammen unterwegs. Wie kann da also ein Klon von Stocker entstanden sein?“

„Erinnerst du dich an den Planeten Alara Fünf?“, fragte der Admiral und sah Steven fragend an. Es dauerte einen Moment, aber dann nickte er. „Nach dieser Sache mit den Ferengie und dem Giftgas, bist Du mit einem Shuttle auf diesen Planeten geflüchtet. Das war unmittelbar bevor…“ Steven stoppte und begann im Wohnraum auf und ab zu wandern. „Zu dem Zeitpunkt hatte der Symbiont in mit, die Kontrolle übernommen.“, sagte Stocker ohne große Umschweife. Fassungslos starrte Steven den Admiral an. Das konnte nicht sein. Wie, und vor allem wann sollte er von einem Symbionten befallen worden sein? Nur eine Frage ging Steven durch den Kopf. „Sulivar oder Ralvaar?“

Der Admiral lächelte. „Ein Überläufer.“

„Ein Überläufer.“, wiederholte Steven ungläubig.

„Ja.“, begann Stocker und wirkte dabei ziemlich erschöpf. „Das Gas muss offensichtlich eine Reaktion beim Symbionten ausgelöst haben. Daraufhin hat dieser die Kontrolle übernommen und mich das Shuttle stehlen lassen. Auf Alara Fünf war wohl ein kleiner Horchposten der Sulivar errichtet worden, sodass der Symbiont die notwendigen Maßnahmen einleiten konnte. Strategie der Sulivar beim Untertauchen ist scheinbar die Vortäuschung des eigenen Todes. Sowohl der Tod des Wirtes, als auch des Symbionten.“ Steven bleib vor dem Admiral stehen und verschränkte die Arme vor der Brust. Er sagte nichts, musterte ihn nur und hörte weiter zu.

„Als dein Schiff mit meinem Klon verschwand, saß ich auf dem Planeten fest. Nur ich und der immer reifer werdende Symbiont in mir.“ Der Admiral wich seinem Blick nicht aus. Aber nach ein paar Sekunden wirkte er um Jahre gealtert. Er drehte sich um und wandte sich einem großen Sessel zu. Legte den Rucksack und die Jacke ab und ließ sich in den Sessel fallen. „Ich bin fast wahnsinnig geworden. Oder vielleicht war es auch der Symbiont. Ich kann es nicht genau sagen. Aber nach einigen Monaten wurden wir von einem Forschungsschiff gefunden.“

„Wir?“ fragte Steven mit einem deutlich skeptischen Unterton.

„Ja. Wir!“, erwiderte der Admiral. „Der Symbiont und Ich. Nach meiner Rückkehr erfuhr ich was passiert war. Die Icoram Invasion war bereits vorbei. Icoram 4 zerstört. Die Ralvaar hatten sich gezeigt und konnten mir und dem Symbionten helfen. Eine Trennung war nicht möglich, aber nach Monaten der Untersuchungen und Tests konnte ich meinen Dienst wieder aufnehmen.“

Steven war fassungslos. Ein feindlicher Symbiont im Körper eines hochrangigen Admirals der Sternenflotte und nach wenigen Monaten Reha war der wieder im Dienst. „Haben Sie…“ er wandte sich Cathrin zu ohne den Satz zu beenden. Sie zu fragen, ob sie davon wusste hatte sich erübrigt. Sie war bleich geworden und starrte den Admiral mit offenem Mund an. „Ok, offensichtlich bist du immer noch ein Geheimniskrämer. Wie früher.“, brummte Steven und wandte sich dem Admiral wieder zu.

„Was willst du hier? Ich bin nicht mehr im Spiel.“

Der Admiral sah auf. Im Gesicht des Mannes war keine Erschöpfung mehr zu sehen, sondern Zuversicht. „Wenn Du mir hilfst und wieder auf die Midway kommst, kann ich vielleicht Dir helfen.“ Mir kann keiner helfen, dachte Steven und wusste nicht worauf der Admiral hinauswollte.

„Ich brauch dich auf der Midway.“, setzte der Admiral nach. „Hilf mir die Terrorangriffe zu stoppen und the first humans dingfest zu machen und Ich helfe dir dabei deine Familie zu finden.“

Er hätte Ihn auch schlagen können. Der letzte Satz des Admirals löste eine Lawine von Emotionen in ihm aus und es fühlte sich an, als würden tonnenschwere Felsen Ihn erschlagen. Seine Familie war der Grund, warum er die Flotte verlassen hatten. Sein Dienst war es, der seine Frau und seine Kinder in Gefahr gebracht hatte. Seine Frau war als Sicherheitsoffizier auf einem der Schiffe tätig gewesen, die beim Angriff der Sulivar auf Icoram 4 angeblich zerstört worden waren. Er glaubte es nicht. Er wusste, tief in seinem inneren, das seine Frau noch lebte. Aber niemand glaubte Ihm. Was letztlich zum Ende seiner Karriere führte. Und seine Kinder waren auf Schiffen untergebracht worden, die für die Evakuierung der Starbase 203 eingesetzt worden waren. Doch diese Schiffe hatten ihre Ziele nie erreicht und galten als verschollen. Durch den Dienst in der Sternenflotte hatte er alles verloren.

Stocker erhob sich aus dem Sessel und begann im Rucksack nach etwas zu suchen. Er beobachtet den Admiral dabei und wusste noch immer nicht, was er sagen sollte. Dann wandte sich der Admiral wieder zu ihm um und lächelte. In seiner Hand lag ein kleines schwarzes Kästchen. Ungläubig starrte Steven auf den Inhalt, nachdem Stocker den Deckel geöffnet hatte. Ein neuer Kommunikator der Sternenflotte glänzte in poliertem Gold und Silber auf einer schwarzen Samtunterlage. Darunter die Pins eines  Captains der Sternenflotte. „Ich brauche einen Offizier, dem ich blind vertrauen kann.“, wiederholte der Admiral. „Komm zurück Steven.“

Kommentar verfassen