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Season 4 – Der Informant

Das kleine Lokal in den Vororten von San Francisco war bei den Offizieren der Sternenflotte äußerst beliebt. Ausnahmslos alles auf der Speisekarte wurde in traditioneller Handarbeit hergestellt und nicht aus dem Replikator serviert. Der Inhaber führte „Bobbys Ranch“, wie er sein Lokal nannte, nun schon in der fünften Generation. Der Duft von frisch gebackenem Röstbrot war schon einige Blocks vom Restaurant entfernt wahrzunehmen und ließ jedem Passanten das Wasser im Mund zusammenlaufen. Hatte man den Gastraum betreten, war die Luft angefüllt mit den Aromen exotischer Gewürze, gegrilltem Rindfleisch und Rauch vom Smoker. Es war Mittag und Bobby stand wie üblich in der offenen Küche um das Fleisch für die Gäste zu zerlegen. Er zerteilte die Rinderhälfte mit einer Präzision die eines Chirurgen würdig gewesen wäre. Das Messer führte er in einer Geschwindigkeit die selbst einen klingonischen Dahar-Meister sprachlos gemacht hätte. Auch wenn er die fünfzig Jahre schon überschritten hatte, war er noch in beachtlicher Form und wäre locker als Mitglied einer militärischen Spezialeinheit durchgegangen. In alten Romanen des 21. Jahrhunderts wäre er als Ex-Navy-Seal beschrieben worden. Doch über seine Vergangenheit sprach er nie. Immer wenn er dazu befragt wurde, brummte er und wechselte das Thema. Daher wurde er von vielen auch nur als Brummbär bezeichnet.

Die Tür zum Restaurant flog auf und zwei Sicherheitsoffiziere betraten das Lokal. Sie musterten alle Gäste mit einem kurzen Blick und selbst Bobby wurde misstrauisch beobachtet. Die angeregten Gespräche der Gäste verstummten und ein bedrückendes Schweigen breitete sich aus. Nur das Knistern von brennendem Holz, das Spritzen von Fett in den Pfannen und die leisen Schnitte von Bobbys Messer waren noch zu hören. „Sucht ihr was Bestimmtes?“ brummte Bobby ohne von seiner Arbeit aufzusehen. „Ihr erschreckt meine Gäste.“

Die beiden Offiziere wollten gerade etwas sagen, als sich die Tür erneut öffnete und ein älterer Mann mit weißen Haaren und ebenso weißem Vollbart das Lokal betrat. Dass dieser Mann wichtig sein musste, war selbst dem letzten Gast klar. Dafür hatten die beiden Sicherheitsoffiziere gesorgt. Ohne diese Eskorte wäre er vermutlich als älterer wohlhabender Gentleman durchgegangen. Der Mann wandte sich an seine Eskorte und schickte sie hinaus. Anschließend wandte er sich den Gästen zu. „Entschuldigen Sie diesen Auftritt. Meine Eskorte übertreibt es etwas. Bitte genießen Sie ihr Essen.“ beruhigte der Mann die Gäste und drehte sich zur Küche um. Im Gastraum begann ein nervöses Flüstern was binnen Minuten zur üblichen Gesprächslautstärke anschwoll.

„Ist er schon da?“ fragte der Mann, als er sich Bobby näherte. „Er ist hinten.“ sagte der Inhaber und sah dabei von der Rinderhälfte auf. Er legte das Messer zur Seite und trat um den Arbeitstisch herum auf den Besucher zu. Langsam löste er den Knoten an seiner Schürze. Sorgsam faltete er die Schürze zusammen und legte sie auf eine Ablage. Der alte Mann blieb ungerührt stehen und wartete bis Bobby vor ihm stand. Er seufzte tief und fragte: „So ohne Aufsehen zu erregen geht es wohl nicht alter Freund?“ Der alte Mann begann zu lächeln und zuckte mit den Schultern. „So bin ich eben.“ Nach einer kurzen Umarmung, die sich wie ein Schraubstock anfühlte, führte Bobby seinen Freund durch die Küche. Sie gingen zu einem weiteren Gastraum der erst kürzlich angebaut wurde und dem allgemeinem Publikum noch nicht zugänglich war. „Er ist seit gut einer Stunde hier und mittlerweile etwas angefressen.“ sagte Bobby, bevor er seinen Freund alleine ließ.

Shawn Stocker sah seinem Freund noch kurz hinter her und wandte sich dann dem Gastraum zu. Es standen etwa zehn Tische in dem kleinen rustikalen Raum. Holz war das dominierende Material, sowohl für den Boden als auch für die Wände. Es sollte den Stil einer alten Ranch aus dem 20. Jahrhundert wiederspiegeln und einem alten Farmhaus ähneln. An einem Tisch in der hinteren Ecke saß der Mann den er suchte. Schweigend setzte er sich an den Tisch. Er ist alt geworden, dachte Stocker und musterte sein Gegenüber. Die Jahre des Krieges waren nicht spurlos an ihm vorbeigegangen. Aber wer konnte schon behaupten das dreißig Jahre voller Konflikte keine Auswirkungen auf einen hätte. Zwei Angriffe der Borg binnen weniger Jahre, der klingonische Bürgerkrieg, der Krieg gegen das Dominion, die Dämonen, der Zusammenbruch des Romulanischen Imperiums und zuletzt die Sulivarinvasion. Die Föderation hatte leiden müssen, das stand außer Frage. Die Diplomanten hatte alle Hände voll damit zu tun, die Föderation zusammen zu halten. Von der einstigen friedlichen Erforschung der Galaxie war kaum noch etwas übriggeblieben. Alleine das war der Grund, warum Männer wie dieser existierten. Stocker räusperte sich und wartete bis sein gegenüber von den Papierakten aufsah die den gesamten Tisch füllten.

„Dagegen solltest du was machen.“ brummte der Mann ohne aufzusehen. „Vielleicht solltest du deine Lieblings Ärztin mal drauf schauen lassen. Oder soll ich dir auch noch meine Forschungsabteilung überlassen um deinen Husten zu untersuchen?“ Der Mann sah auf und war offensichtlich stocksauer. „Ihr werdet schlampig.“ fauchte Stocker zurück. Wut brannte in den Augen des Mannes auf und es kostete Ihn alle Mühe nicht über den Tisch zu springen und Stocker anzugreifen. „Wir werden,…“ begann der Mann und schien sich vor Wut an den eigenen Worten zu verschlucken. „Das ist ja wohl eine Frechheit. Wir …“

„Ihr seid aufgeflogen.“ unterbrach Stocker den Mann. „Von einer kleinen Gruppe Terroristen seid Ihr faktisch enttarnt worden.“ Der Mann zuckte zurück als hätte Stocker ihn geschlagen. „Seien wir doch mal ehrlich.“ setzte Stocker nach. „Ist es nicht so, dass euch eine Spezialeinheit abgehauen ist, weil sie mit euren Methoden nicht so ganz einherging und sich selbst The Bureau nannte?“ Stocker wartete auf eine Erwiderung, doch es kam nichts. „Ist es nicht so, dass diese Gruppe am Rande der Legalität arbeitete, selbst für Eure Verhältnisse? Und der Geheimdienst der Flotte immer wieder ausbaden musste, was Ihr nicht unter Kontrolle bekommen habt?“

„Wir haben Sie unterschätzt.“ begann der Mann mit einer Rechtfertigung. „Ach wirklich?“ unterbrach Stocker. „Ja!“ fauchte der Mann zurück. Stocker konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Es hatte über Jahrzehnte Gerüchte über eine verborgene Organisation in der Sternenflotte gegeben. Dem Geheimdienst lagen seit einigen Jahren sogar ein paar Namen vor, die Mitglieder einer Gruppe sein sollten, die sich Sektion 31 nannte. Beweisen konnte man jedoch nie etwas. Doch seit dem Sulivarkonflikt hatte Stocker ein paar Quellen mehr bekommen. Es hatte ihn nur ein paar Gefallen gekostet und er hatte bei der Sektion ein offenes Scheunentor gefunden. Seitdem war die Sektion 31 nicht mehr ganz so geheim, wie sie es gerne gewesen wäre. Mitgliederlisten, eingeschleuste Agenten und Projektlisten hatte Stocker einsehen können und sich ein paar besondere Namen als Informanten herangezogen. Einige Aktionen der Sektion hatte Stocker unterbrechen müssen und hatte die Informationen an den Geheimdienst der Flotte weitergegeben, andere Aktionen ließ er zu, auch wenn die Methoden fragwürdig waren. Als allerdings ein Name in den Personalakten auftauchte, wurde er neugierig und beobachtete ihre Aktionen genauer. Ihr schneller Aufstieg innerhalb der Sektion überraschte ihn nicht und war bei Ihrer Vergangenheit zu erwarten. Auch die quasi Meuterei gegenüber der Sektion entlockte ihm eher ein Schmunzeln und weniger Empörung.

Stocker ließ seinen Blick über den Tisch wandern und betrachtet die Akten, welche sein Informant mitgebracht hatte. „Sind das alle Akten?“ fragte er und kam damit zum Grund ihres Treffens. „Ja, das ist alles was das Team im letzten Jahr abgeliefert hat.“ brummte der Mann und schob die oberen Akten zu Stocker rüber. Er begann darin zu blättern und entdeckte ein paar bekannte Namen. „Jenna Meloy?“ er schaute von der Akte auf. Sein Informant nickte. „Sie haben sie nach dem Valley Forge Zwischenfall zu ihrem Onkel zurückgebracht.“ Er erinnerte sich an die junge Frau die völlig verstört auf der Starbase 203 angekommen war. Sie hatte als eine der wenigen auf der U.S.S. Valley Forge ein Experiment überlebt. Es waren Naniten aus einem Frachtcontainer entkommen und darauf programmiert worden zu töten. Die Opfer verbrannten quasi von innen. „Sie steckte da mit drin?“ murmelte Stocker ungläubig als er die Akte weiterlas. „Vermutlich.“ bestätigte sein Informant. „Der “Unfall“ ihres Onkels, war vermutlich keiner. Seitdem wurde Jenna Meloy nicht mehr gesehen.“ Stocker erinnerte sich noch gut an die Beisetzung seines alten Freundes und wie erschüttert Jenna gewesen war. Aber wenn es stimmte, was in diesen Akten stand, war sie direkt für seinen Tod verantwortlich. Er legte die Akte beiseite und nahm sich die nächste. „Der Baru’Dai -Zwischenfall.“ las Stocker auf dem Einband des Ordners. „Habt ihr hier was Neues?“ fragte er.

„Nicht wirklich. Allerdings scheint es gesichert zu sein, dass es hier zum ersten Einsatz der Primärwaffe der Saratoga gekommen ist. Mit offensichtlich katastrophalen Ausgang.“ Die Baru’Dai waren ein friedliebendes Volk die technologisch zwar hochentwickelt waren, aber bis vor wenigen Monaten keinen Kontakt zur anderen Planeten aufgenommen hatte. Nach dem Sulivar Konflikt war ihnen jedoch bewusst geworden, wie verletzlich sie waren. So nahm ein kleine Delegation Kontakt auf, was zu einer großen Konferenz und schließlich zum Beitritt in die Föderation führen sollte. Doch hier zeigte die Terrororganisation „the first humans“ zum ersten Mal hier hässliches Gesicht. „…scheint gesichert?“ wiederholte Stocker. „Welche andere Möglichkeit gäbe es? Es gibt keine Sensorenaufzeichnungen oder Überlebende die berichten könnten, was sie gesehen haben“ bestätigte der Mann. „Und die first humans, was wisst ihr über die?“ fragte Stocker und nahm sich eine neue Akte. „Nicht viel mehr als Ihr.“ sagte der Mann und schob Stocker eine sehr dünne Akte über den Tisch. Er öffnete die Akte und begann zu lesen. „Da wisst ihr ja über ein neugeborenes Kind mehr.“ murmelte Stocker und las weiter. „Biologische und technologische Experimente?“

„Der Valley Forge Vorfall scheint ein Experiment der first humans gewesen zu sein. Genauso wie Dr. Trescot in seiner Dilithium Mine für die Terrorgruppe ein Labor zur Verfügung stellte. Außerdem gibt es das Gerücht, dass ein Mann der sich selbst Captain Boone nennt, als Scout für die Gruppe fungiert um neue Standorte für Tests zu finden und Material zu beschaffen.“ Beim Namen Boone schaute Stocker auf. „Ja, ich weiß.“ brummte der Mann und nahm Stocker die Akte wieder ab. „Der hat halb Abraxas geplündert, während die Crew völlig benebelt alles machte was er wollte.“

Stocker blinzelte verwirrt und fragte: „Willst du mir sagen, dass dieser Vorfall ein Experiment der first humans war?“ „Nein.“ antwortet der Mann. „Kein Experiment, aber vermutlich hat er ein Gerät dabei gehabt was er benutzte um die Crew zu manipulieren. Wir haben Berichte von anderen Kolonien und Außenposten wo etwas Ähnliches passierte.“

„Wir haben also eine bisher unbekannte Terrororganisation, die sich selbst “the first humans“ nennt. Sie schrecken nicht davor zurück, ganze Planeten zu vernichten, wie auch immer ihnen das gelingen mag. Experimente an Lebensformen scheint ein Teil ihres normalen Vorgehens zu sein.“ rekapitulierte Stocker und zählte die Punkte an den Fingern ab. „Und ihnen ist ein stark bewaffneter und geheimer Prototyp der Föderation in die Finger gekommen. “ stichelte der Mann mit einer nahezu diabolischen Freude. Er konnte es nicht abstreiten, aber es musste Stocker nicht gefallen. „Offensichtlich.“

„Was ist eigentlich mit deinem Mann, der Captain der Saratoga hätte werden sollen? Der scheint ja einiges über den Kahn zu wissen.“ fragte der Mann, offensichtlich um zu weiter zu bohren und Stocker zu ärgern. „Mit meinem Mann?“ begann Stocker. „Der Mann, der während einer Aktion von Euch aus der Flotte gerissen wurde und letztlich in deinen Fängen landete? Wäre er von Euch nicht aufgegriffen worden, wäre er vermutlich jetzt Captain der Saratoga und wir hätten das Problem nicht. Aber nein, die Sektion macht ja immer alles richtig.“ Er klappte die letzten Akten zu und warf seinem Informanten einen bösen Blick zu. „Und ja, ich habe dafür gesorgt, dass er bei jemanden landet dem ich vertraue und er nicht ganz so tief abrutscht wie andere Offiziere.“

„Bei Ihr?“, fragte der Mann entsetzt. Stocker nickte und ein Lächeln breitete sich auf den Lippen aus. „Die Frau war wahnsinnig. Unberechenbar. Wir hätten sie…“ „Niemals erwischt.“, unterbracht Stocker den Wutausbruch seines Gegenübers. Es dauerte ein paar Sekunden bis sich der Informant wieder gefangen hatten. „Aber das ist ja auch egal.“, begann der Mann und ein selbstzufriedenes Grinsen breitete sich in dessen Gesicht aus. „Die Natur hat das bereits für uns erledigt.“ Der Mann warf Stocker ein Padd über den Tisch auf dem die Schlagzeilen des Federation News Networks in großen Buchstaben zu lesen war Hochrangiger Sternenflotten-Offizier vermisst. Er las den ersten Satz der Nachricht: Seit einem Erdrutsch auf Bajor wird ein hochrangiger Sternenflotten-Offizier vermisst. Ohne eine Miene zu verziehen schob Stocker das Padd wieder über den Tisch zurück und stand auf. „Bist du dir da so sicher?“ sagte Stocker und schaute dem Informanten tief in die Augen. Mit einigen schnellen Handgriffen, sammelte Stocker die für Ihn interessanten Akten ein und wandte sich dann seinem Gesprächspartner nochmal zu. Er beugte ich zu ihm hinunter und flüstert ihm ins Ohr: „Träum weiter!“ Als sich Stocker aufrichtete, war sein Informant bleich und seine Gesichtsfarbe war kaum von der weißen Tischplatte zu unterscheiden. „Es war mir wie immer ein Vergnügen.“, sagte Stocker und ließ seinen Informanten sitzen.

Als Stocker den Gastraum verließ und die Küche durchquerte, nickte er Bobby noch einmal kurz zu. „Gibt dem Mann nochmal einen starken Drink auf meine Rechnung.“, sagte Stocker und verließ das Lokal.

Die Suche des Admiral

Vizeadmiral Stocker beobachtete aus dem Bereitschaftsraum die immer kleiner werdende Starbase und war immer noch fasziniert vom Anblick seiner Wahlheimat. Die Starbase 203 gehörte zu den älteren Einrichtungen der Ournal Klasse und hatte in den letzten Jahren einiges durchgemacht. Einen Korrupten Admiral als Führungsoffizier der Base, welcher sich als Verräter und Handlanger einer bisher unbekannten Rasse herausstellte. Die Base war Dreh- und Angelpunkt einer Verschwörung innerhalb der Föderation, was zu einem Anschlag auf die Mondkolonie New Berlin führte und diese vollständig zerstörte. Die Invasion einer fremden Macht aus einem bisher unbekannten Teil des Universums mit einem Transport System, welches die Wissenschaftler noch immer nicht verstanden haben. Ganz zu schweigen das Rätsel, wie die Station überleben konnte als Icoram 4, der Planet in dessen Orbit die Starbase 203 liegt, explodierte und die Station dabei nur wenig Schaden nahm.

Von vielen Offizieren und Besuchern wurden diese Stationen aufgrund ihrer Bauart auch gerne als „Pilzbasen“ bezeichnet. Eine durchaus passende Bezeichnung, dachte Stocker und wandte sich vom Fenster ab, als sein Schiff auf Warpgeschwindigkeit beschleunigte. Er setzte sich an den Schreibtisch und betrachtet die verschiedenen Padds mit Personalanforderungen, Versetzungsanträgen und Routineberichten. Admiral zu sein hat schon seine Vorteile, dachte Stocker und konnte sich ein lächeln nur scher verkneifen, wenn da nicht die ganze Bürokratie wäre.

Der Türsummer erklang.

„Herein.“ Sagte Stocker und griff nach dem ersten Padd und überflog die Personalliste. Commander Cathrine Sanders betrat den Bereitschaftsraum und begann wie immer sofort mit einem Statusbericht.

„Wir haben den Asteroidenkorridor verlassen und sind auf dem Weg zur Erde. Sir.“ Sagte die Frau und ruhigem Ton. Wenn er es nicht besser wüsste, könnte man meinen Commander Sanders wäre Vulkanierin. Immer Sachlich und möglichst ohne jegliche Gefühlsregung gab Sie ihre Berichte ab. Das machte Sie auch zu einem so guten ersten Offizier, führte aber auch hin und wieder zu Spannungen mit anderen Offizieren. In Krisensituation bewahrte sie immer ein Ruhigen Kopf, bewertet jede Situation anhand aller verfügbaren Information und trifft dann ihre Entscheidung. Im Gegensatz zu einem Vulkanier hingegen, fließen bei ihr auch Gefühle, Moral und persönliche Bindungen in Ihre Entscheidungen ein. Er vertraute Ihr jederzeit sein Leben an und hatte es nie bereut.

„Scheint alles gut gelaufen zu sein.“ begann Stocker, legte das Padd beiseite und schaut zu Ihr auf. Sie war eine hochgewachsene attraktive junge Frau Anfang Dreißig. Die langen kastanienbraunen Haare zu einer perfekten Steckfrisur gemacht bei der keine Strähne an der falschen Stelle saß. Selbst die Uniform wählte Sie immer in der männlichen Schnittfassung und nicht der Figur betonteren Version für Frauen. Cathrine Sanders versucht immer durch Kompetenz zu glänzen und nicht durch Weiblichkeit.

„Ja Sir. Der neue CONN Offizier hat das Manöver gut durchgeführt.“ berichtete Commander Sanders und warf einen Blick auf die Padds. Sie schweig.

„Commander?“ fragte der Admiral und sah sie dabei direkt an. Ihr lag eindeutig etwas auf der Zunge, das wusste Stocker nur zu gut. Aber er fragte sich, warum sie zögerte.

„Darf ich offen sprechen Sir?“

„Selbst wenn ich nein sage, hat es Sie bisher nie abgehalten es doch zu tun.“ Sagte Stocker und konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. „Reden Sie schon.“

Sie suchte offensichtlich nach den richtigen Worten und sagte schließlich: „Sind Sie sich sicher, dass es Klug ist Ihn zurück zu holen?“ Stocker lehnte sich in seinem Stuhl zurück und musterte Sie eingehen. Da lag also das Problem, dachte er und fragte sich ob er sie später an Bord lassen sollte.

„Wenn ich ehrlich sein soll.“ begann Stocker. „Ich weiß es nicht.“ Er legte das Padd zurück auf den Schreibtisch und stand auf. „Ich habe Ihn seit fast fünf Jahren nicht mehr gesehen.“ Stocker ging zum Replikator und bestellte zwei große Tassen heißen Kaffees. „Setzen Sie sich Commander.“ murmelte Stocker, als er Ihr eine Tasse reichte und auf die kleine Sitzgruppe im Bereitschaftsraum deutete. Sie machte es sich bequem, nippte an ihrer Tasse und hörte zu.

„Sie waren an Bord der Challenger und kennen die Ereignisse um Icoram 4.“ Setzte Stocker an. Sie nickte. „Dann kennen Sie auch die Liste der vermissten Offiziere und Zivilisten.“

„Ich habe meine Schwester verloren.“ murmelte Sie in Ihre Tasse.

„Dann sollte Ihnen das Gefühl ja nicht fremd sein.“ antwortete Stocker schärfer als beabsichtig. „Er hat die gesamte Familie verloren. Frau und drei Kinder.“ Cathrine sah überrascht auf. „Das wusste ich nicht.“

„In den Akten heißt es nur, dass er Aufgrund von Fahrlässigkeit für die Invasion verantwortlich gewesen sein. Das er Vorschriften verletzte und schließlich Meuterte.“ brummte Stocker und nahm einen großen Schluck aus der Tasse. „Alles Blödsinn. Was glauben Sie geht in einem Offizier vor, der zusehen muss wie das Schiff auf dem sich der Lebenspartner befindet ‚vermeintlich‘ Explodiert. Nur um anschließend noch zu erfahren, das die Evakuierungsschiffe mit den Kindern an Bord nie Ihr Ziel erreicht haben und verschwunden sind. Bis Heute.“ Commander Sanders schweig und senkte die Blick.

„Das geht nicht spurlos an einem vorbei.“ Setzte Stocker fort. „Das Problem ist nur, dass er so unglaublich Stur ist. Ging auf eigene Faust auf die Suche. Niemand glaubte Ihm, als er angebliche Beweise präsentierte. Irgendwann zweifelte sogar ich an Ihm.“

„Was hat sich geändert?“ platzte es aus Ihr heraus.

„Es gibt ein paar Dinge, die er erfahren muss.“ sagte Stocker und nahm noch einen Schluck aus der Tasse. Sie schaute Ihn fragend an, sagte aber nichts als Stocker aufstand und zum Schreibtisch zurückkehrte.

„Geben Sie mir bescheid, wenn wir in den Erdorbit eintreten. Sie werden mich begleiten wenn wir Captain O’Seal besuchen. Im Anschluss werden Sie sich an der Akademie nach neuen Offizieren umsehen. Die U.S.S. Midway braucht noch ein paar Offiziere.“ Stocker nahm ein Padd aus dem Stapel und reichte es seinem ersten Offizier. Commander Sanders erhob sich schnell vom Sofa und nahm das Padd entgegen. „Ja Sir.“ bestätigte Sie und ging zur Tür.

„Cathrin.“ sagte Stocker schmunzelnd. „Die Tasse können Sie hier lassen.“

[—- OFFPLAY —-]

Ja, ihr lest richtig.

Wir sind wieder da!

Das IRC Rollenspiel „STARBASE 203“ ist wieder aktiv.

Nach fast 5 Jahren Abwesenheit bin ich als Spielleiter und Autor der Geschichten wieder am Start. Auch Zwei Spieler der alten Gruppe sind wieder mit dabei, oder sollte ich eher sagen das die zwei mich überredet haben wieder aktiv zu werden? 😀

Wie auch immer. 😀

Wir spielen aktuell am 1. und 3. Sonntag eines Monats und suchen noch Spieler!

Gerne Rückkehrer aber auch unerfahrener Rollenspieler sind uns Willkommen. Wir spielen auf einem eigenen IRC (also Chat) Server, können neben Facebook auch eine Homepage und ein Forum sowie Discord bieten.

Wer also Lust hat sich in die STAR TREK Welt zu begeben und zweimal im Monat für ca. 2 Stunden ein schönes Rollenspiel zu erleben, kann sich gerne melden.

Das Rollenspiel ist in der STAR TREK Timeline von TNG (nach Nemesis) beheimatet. Die JJ Filme und auch Discovery werden dabei nicht berücksichtig. Aber mehr erfahrt ihr beim Spiel….

Also meldet Euch gerne bei uns.

Gruß

Stefan

Geschichte

Der Sektor 203 ist ein kleiner Sektor am Rande der Föderationsgrenzen. Weit entfernt von den politischen Grenzen zu den Romulanern oder Klingonen. Der nächste bedeutende Außenposten ist Bajor, aber auch nur bei einer Reisezeit von mehreren Wochen. Wer hierher versetzt wurde hatte nicht mehr viel zu tun. Während des Dominion Krieges war der Sektor 203 eine Sammelpunkt für Flüchtlinge geworden und diente der Föderation als Sprungbrett in Richtung Cardassia. Das Dominion war einzig an einer Expansion in Richtung Erde interessiert und entfernte sich mit jedem Tag mehr vom Sektor 203.

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Noch vor Beginn des Dominionkrieges bekam der kommandierende Offizier der Starbase, Konteradmiral Vincent Donovan McMahon, die Aufgabe ein neues Schiff zu entwickeln welches die schwerfälligen Schiffe der Galaxie-Klasse ablösen sollte. Das Projekt wurde immer wieder verzögert und durch den Dominionkrieg seitens der Föderation vorübergehend stillgelegt.

In den ersten Jahren nach dem Krieg wurde beim Oberkommando der Sternenflotte der Sektor 203 auffällig. Unzählige Versetzungen, Unfälle (zumeist tödlich) und wiederholte Berichte von verschwundenem Equipment häuften sich, so dass vom Oberkommando Ermittlungen eingeleitet wurden.
Vor dem Ende der Ermittlungen entpuppte sich Konteradmiral McMahon als Verräter und verließ mit einem Großteil der Führungsoffiziere die Starbase. Die Pläne, sowie den Prototypen des neuentwickelten Schiffes nahm McMahon mit und tauchte unter. Er hatte die Entwicklung des Schiffes ohne Zustimmung der Föderation fortgeführt.

Um den Sektor nicht ohne Führung zu belassen wurde Vizeadmiral Shawn Stocker als Sektorkommandant eingesetzt. Da Admiral Stocker die Ermittlungen gegen McMahon leitete und daher mit der USS Antares ständig auf der Suche nach McMahon war, holte er Lt.-Cmdr. Steven O’Seal in den aktiven Dienst zurück und setzte diesen als kommandierenden Offizier der Starbase ein. Der nun zum Commander beförderte Steven O’Seal war erst wenige Monate zuvor aus der Sternenflotte ausgetreten um sich mehr der Familie zu widmen. Nun leitete er die Starbase 203 und war mit der Aufgabe betraut die von Korruption und Misstrauen zerfressene Station neu aufzubauen.

In dieser Phase des Wiederaufbaus machte McMahon mit kleineren Angriffen auf die Starbase und Föderationskonvois auf sich aufmerksam. Der größte Triumph den McMahon erreichte war die Kaperung der USS Challenger. Genaue Bereichte hierzu unterliegen der Geheimhaltung, doch hinter vorgehaltener Hand wird darüber berichtet, dass McMahon eine Flotte von Abtrünnigen und Freibeuter um sich geschart hat und nun seinen Ruhm auf der anderen Seite des Gesetzes sucht.

Der Verrat von McMahon hatte viele Offiziere der Starbase 203 überrascht. Einige konnten dem Vorwurf der Korruption und des Verrats keinen Glauben schenken, da sie McMahon blind vertraut hatten.

Im Jahre 2385, zwei Jahre nach der Übernahme des Kommandos über die Starbase 203, hatte Commander Steven O’Seal die Starbase 203 in einen gut frequentierten Handelshafen der Region verwandelt. Doch der Schatten von McMahons Verrat lastete noch immer auf dem Sektor 203. Eine neue Gruppe die sich selbst als das „Silvius Syndikat“ bezeichnen, treibt in dem Sektor ihr Unwesen und belästigen Reisende und Händler aller Rassen. Kleinere Überfälle waren an der Tagesordnung. Ob und in welchem Zusammenhang diese Gruppe mit McMahon steht ist bis jetzt nicht geklärt.

Die Suche nach Admiral McMahon machte keine nennenswerten Fortschritte, zumindest offiziell. Seit Monaten ist die Raumwerft Atlantis in der Nähe der Starbase 203 abgeschottet worden. Niemand darf sich der Werft nähern.

Gerüchten auf der Station zufolge gibt es jedoch Hinweise auf den Aufenthaltsort von McMahon und seinen Piraten. Der Sektor 553, der zu 95 % aus einem Nebel besteht und daher kaum erforscht wurde, soll als Stützpunkt McMahons dienen. Schiffe die in diesen Sektor geflogen sind, wurden nie wieder gesehen. Von offizieller Seite wird dies jedoch bestritten. Dennoch wird die Starbase 203 scheinbar aufgerüstet und das zivile Personal der Station reduziert.

Doch was genau passiert, kann keiner sagen…